Donnerstag, 5. November 2009

11. Spieltag: Fortuna Düsseldorf - Karlsruher SC 1:0 (1:0)


Von meiner Mitgliedschaft bei Fortuna habe ich inzwischen mehrfach profitiert. Die angenehmen Vorkaufsrechte auf einige Spiele und vor allem das Mitgliedertraining mit Norbert Meier waren eine große Sache. Andy konnte damals leider nicht mitmachen und erhielt stattdessen zwei Freikarten für das Spiel gegen Karlsruhe auf der Hauptribüne, Reihe 1, direkt hinter der Karlsruher Trainerbank. Und weil der Andy sehr nett ist (und niemand anderes sonst auch mitkam) konnte ich Karte Nummer Zwei nutzen. Immerhin habe ich ihn dann auch an der Arbeit abgeholt und ihm sein Fortunatrikot mitgebracht, das er gegen Lautern bei mir in der Karre vergessen hatte. Das Schicksal – in diesem Fall der Termin der jährlichen Sparkassenbetriebsfeier – wollte es so, dass ich es auch hinterher wieder an mich nahm. Nach der Partie ging es für ihn nämlich per pedes zum Veranstaltungsort im Kongresscenter der Messe Düsseldorf.

Der tiefe Fall des Ex-Nationalspielers Marko Engelhardt, Ersatz in der 2. Liga.

Doch mal schön der Reihe nach, vorab stand schließlich das Spiel aus interessantem Winkel. Für mich im Übrigen das zweite Mal, dass ich in der Esprit-Arena in Reihe 1 saß. Das erste Mal fand im September 2004 beim Soft Opening der damals noch namenlosen Multifunktionsarena Düsseldorf gegen Union Berlin (2:0, Policella, Pasini) statt. Damals allerdings im Unterrang der Nordtribüne (crazy!). An der Karlsruher Bank war aber deutlich mehr los. Die Sicht könnte aus dieser Position allerdings besser sein. Bestimmt auch eine Begründung für die ein oder andere eigenwillige Spielanalyse von Fußballtrainern kurz nach dem Abpfiff („Wir haben heute Pech gehabt“, Louis van Gaal nach dem 0:2 gegen Bordeaux). Doch die Nähe hat was. Harmlos begann es bei Schwertfegers Verletzung als ein sichtlich aufgeregter Bernd Restle höflich und bedächtig (…nicht) die Sanitäter zu etwas mehr Tempo anmahnte. Fast hätten wir sogar Uwe Kleins Anweisungen an Hamza Cakir lauschen können.
Der tiefe Fall des KSC

Das Spiel wusste mittelmäßig zu unterhalten, ohne dass es all zu langweilig wurde. Fortuna sicher schon stärker, hatte aber irgendwie alles im Griff. Auch die Emotionen bei Karlsruhe waren doch gemäßigt. Sowohl Trainer Schupp als auch die Ersatzbank blieben relativ ruhig, einzig Rolf Dohmen, seines Zeichens Sportdirektor der Badener, platzierte sich in Halbzeit Zwei fast vor unserer Nase und gab sinnvolle Tipps: „Schneller!“ „Steil jetzt“ „Zieh an!“ Ähnlich gut wie die Möglichkeit beim Fußballmanager oder bei Anstoß Sachen reinzurufen, indem man die Taste auf der Tastatur betätigt (Ich war immer großer Freund von: „Hau ihn um“, Taste T). Doch anders als bei Anstoß wurde Herr Dohmen nicht auf die Tribüne verbannt, wenn er zu viel reinrief. Stattdessen musste er sich natürlich allerhand Kram von uns Brainiacs hinter ihm anhören. Andy: „Düsseldorf ist auch ohne Punkte eine Reise wert!“. Wirklich erstaunlich emotionslos gaben sich die Karlsruher, einzig der Masseur (wichtigster Mann im Verein) meinte, sich unbeliebt machen zu müssen. Denn gegen Ende kochten die Emotionen dann doch auf unserer Seite ein wenig über. Wie auch von Norbert Meier in der anschließenden PK moniert, warfen die Karlsruher nämlich einen Einwurf nicht an Fortuna zurück, nachdem Ratajczak den Ball wegen einer Verletzung ins Aus geworfen hatte. „Ihr unfairen, Pisser!“ „Könnt Ihr überhaupt noch in den Spiegel gucken?“ „Wir wünschen Euch alles Pech der Welt!“ „Rolf Dohmen hat keinen Schwanz!“ Unterstützung bekamen wir von Jens Langeneke, doch auch hier – wenig bis keine Emotion beim Erstligaabsteiger. Nur besagter Masseur nahm all seinen Mut zusammen und machte den 8jährigen Balljungen zur Sau, weil er angeblich den Ball nicht schnell genug hergegeben hatte. Mutig, mutig! „Such Dir einen in Deiner Größe, Feigling!“ Die Quittung kam prompt genau wie die Niederlage. Auch da wenig bis keine Emotion. Kein Wunder, dass der Erfolg fehlt. In Karlsruhe mangelt es offensichtlich an der nötigen Leidenschaft. Das war gut zu beobachten.










Der tiefe Fall des Rolf Dohmen - Per SMS kommt die Gewissheit: Lila Schals sind scheiße!

Also mal eine Partie mit viel Dirty Talk erlebt. Warum nicht? Ist ja sonst nicht meine Art, hier schien es aber angebracht. Richtig heiser war ich am Ende. So müssen sich die wahren, echten Fans fühlen (Die, die keine Karten für St.Pauli haben). Zum Glück fahre ich Eventie nach Hamburg. „Mal wieder schön die Rosinen rausgepickt“, würde Tobi jetzt sagen…

Kommentare:

  1. Wobei dieses geflügelte Wort mit den Rosinen echt wenig Sinn ergibt, wenn man Rosinen nicht ausstehen kann! Ich picke mir dann die Rosinen raus, wenn ich nach Cottbus oder Rostock fahre. Da wird nicht angepöbelt, sondern direkt zugeschlagen!

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  2. Rolf Dohmen hat keinen Schwanz - das kam aber (entgegen aller anderen Zitate dieses Berichts bis auf das von van Gaal) nicht aus meinem Mündchen. Hast Du das etwa von Dir gegeben?!

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  3. Bye bye, Rolf Dohmen. Auch wenn ich Dich vor diesem Blog-Eintrag gar nicht kannte.

    http://www.11freunde.de/newsticker/125611/dohmen_und_ksc_trennen_sich_im_sommer

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